Ironman Bolton 2011



Spaß an den von uns favorisierten Sportarten und Ausleben des Hobbys haben und praktizieren wir alle. Darüber hinaus gibt es Menschen die dieses als Leidenschaften leben. Einer davon ist unser Vereinsmitglied Norman Banick, der sich intensiv auf die Teilnahme am "Ironman UK in Bolton 2011" vorbereitet hat. Respekt ! Das Resultat ist mehr als beachtlich und im folgenden beschrieben.

 

Bericht über die Teilnahme am "Ironman Bolton UK"  von und mit Norman Banick:

Ein Ironman ist eine langwierige Angelegenheit. Nicht nur der Wettkampf mit 3,9km Schwimmen, 180km Radfahren und einem abschließenden 42,2km langen Marathon, sondern auch die Vorbereitung kostet seine Zeit. Da Triathlon in den letzten Jahren fast zu einer Art Trendsportart geworden ist, ist es mittlerweile an der Tagesordnung dass man sich fast zwölf Monate im Voraus anmelden muss damit man einen der begehrten Startplätze ergattert.

Ich habe mir für meine Premiere den Ironman UK in Bolton bei Manchester ausgesucht. Im Gegensatz zu den heimischen Ironman Veranstaltungen starten doch auffällig weniger Teilnehmer was den Wettkampf angenehmer macht und die Radstrecke gehört mit fast 2400 Höhenmetern zu den anspruchsvolleren Kursen. Dies, so war der Plan, entspricht auch eher meinen persönlichen Stärken und Schwächen im Triathlon.

Nach mehreren Monaten Training ist es am 29.Juli dann endlich so weit gewesen.  Für den Ironman typisch klingelte der Wecker um 4:00 und es heißt erst mal ein eher leichtes Frühstück zu sich zu nehmen.  Im Anschluss fuhren wir daraufhinzum Schwimmstart am Penington Flash. Es war nach wie vor noch stockdunkel und im Gegensatz zum Bustransfer beim Hermannslauf erzählte keiner der Athleten irgendwelche Geschichten oder machte Scherze, sondern es herrschte eine ungewöhnliche Ruhe im Shuttlebus. Am See angekommen schrieben mir die freundlichen Helfer meine Startnummer auf beide Oberarme und die rechte Wade und man spührte immer mehr steigende Nervösität. Der Sprecher peitschte munter die Menge an und forderte alle Sportler auf sich ins Wasser zu begeben.

Der im Naturschutzgebiet gelegene See war zwar angenehm klar, so dass man mehrere Meter weit gucken konnte, aber leider trübten große Algenfelder ein wenig das Badevergnügen. Auf der ersten von zwei Schwimmrunden versuchte ich möglichst viel im Wasserschatten von anderen Athleten zu schwimmen und weitestgehend Kräfte zu schonen. Als mich dann am Ende der ersten Runde eine etwas größere Gruppe überholte, klemmte ich mich rein und schwamm dann ein doch noch deutlich schneller als ich es vorher geplant hatte. Dieser Einsatz wurde zum Schluss auch mit einer guten Ausgangposition unter den Top100 belohnt.

Nun sollte mit dem Radfahren meine Paradedisziplin folgen. Ich fahre nun zwar schon seit mehreren Jahren Rennrad, aber vor 180km im schnellstmöglichen Tempo hatte ich schon eine Menge Respekt. Gerade im ersten Zeitraum versuchte ich mich bewusst einzubremsen, damit mir nicht später am Tag vorzeitig die Kräfte schwinden. Trotz der Anstrengung  kann man die schöne Landschaft im Umland von Bolton wirklich geniessen, denn mit abwechslungsreichen Passagen von steilen Anstiegen über lange Abfahrten bis zu kleinen, winkligen Landstraßen wird einem alles geboten. Durch gute Krafteinteilung auf der Radstrecke konnte ich mich Stück für Sück nach vorne arbeiten und lag gegen Ende des Radteils sogar unter den besten 25 Athleten im Rennen, wovon die ersten zehn Profitriathleten waren.

Nach einem schnellen Wechsel in die Laufschuhe lag nach knapp 6:30h Wettkampfszeit jetzt noch ein ganzer Marathon vor mir. Die Laufstrecke verlief erst auf einem Schotterweg entlang der vielen Golfplätze um dann schließlich auf die 10km lange Runde in der Innenstadt von Boltong zu gelangen. Gerade bei  Ironman-Debütanten ist zu schnelles Laufen immer ein Garant für große Schmerzen auf den letzten Kilometern. Trotz diesem Gedanken im Hinterkopf lief ich viel schneller als ich es mir vor dem Wettkampf vorgenommen hatte. Nicht vergessen, hatte ich dagegen den zweiten Grundsatz, dass man sich immer gut Verpflegen muss um dann irgendwann das Ziel zu erreichen. So folgte an jeder Versorgungsstelle das gleiche Ritual. Ich trank jedes mal ein oder zwei Becher Cola und schüttete mir einen weiteren Becher Wasser über den Kopf. Nach knapp über 3:30h hatte ich es dann geschafft. Anstatt auf eine weitere Runde zu gehen durfte ich auf die Zielgerade vor der Stadthalle von Bolton einbiegen und lief durch den Zielbogen.

In der Endabrechnung machen 57 Minuten Schwimmen, 5:33h Radfahren, 3:31h Marathon und ein paar Minuten für das Wechseln der Wettkampfausrüstung eine Gesamtzeit von 10:07. Diese Zeit bedeutet einen 63. Gesamtrank aus über 1200 Teilnehmern und einen 4. Platz in meiner Altersklasse von 18-24 Jahren. Das Ergebnis ist zwar besser als alles was ich mir vorher unter besten Bedingungen ausgemalt hatte, aber ein Wehrmutstropfen bleibt trotzdem. Es gab in meiner Altersklasse leider nur drei Qualifikationsplätze für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii und den letzten Platz habe ich somit leider um lediglich drei Minuten verpasst. Von der positiven Seite gesehen, habe ich wenigstens noch ein paar Ziele für die nächsten Jahre.