Deutschlandtour 2008


 

Deutschlandtour 2008 der LRG

mit dem Tourenrad auf 1.500 km Radwegen von Flensburg bis Oberstdorf im Allgäu


Die Seniorengruppe der LRG-Lenzinghausen hat im Sommer 2008 diese lange Radwegestrecke in zwei Tagen, aufgeteilt in zwei Etappen, mit dem Tourenrad und ca. 18 kg Gepäck, abgefahren.

 

Bereits im Winter 2007 wurde von Horst Heidemann diese Deutschlandtour geplant und vorbereitet. Es war bereits seine achte Tourenradtour-Planung.

Seit seinem Ruhestand hat er in jedem Jahr eine Radtour ausgearbeitet. Zunächst waren diese Fahrten nicht so lang, wurden aber von Jahr zu Jahr anspruchsvoller.

  • 2001 ging es z.B. ins Münsterland und Emsland.
  • 2002 war es die Hessentour mit Westerwald und Sauerland.
  • 2003 ging es durch das Lipperland und am Weser-, Werra- und Fuldatal entlang.
  • 2004 fuhr man in den Norden, auf den Ostseeküsten-Radweg.
    Der Start war in Travemünde, führte über den Darß, die Inseln Rügen und Usedom nach Wollin an die polnischen Grenze.
  • 2005 wurde auf dem Eibe-Radweg geradelt.
    Ausgangspunkt war Bad Schandau an der tschechischen Grenze. Dann ging es elbabwärts über Dresden, Magdeburg bis Lauenburg.
  • 2006 ging es von Lenzinghausen aus ins Münsterland, zum Halterner See, an den Nieder­rhein, über Kleve und Xanten in die Nordeifel bis Monschau und zurück durch das Ahrtal bis Rehmagen am Rhein.
  • 2007 Mit dem Zug ging die Fahrt bis Würzburg und dann mit dem Rad durch das Altmühltal und Donautal bis nach Passau.

2008 folgte nun die Deutschlandtour, die bisher längste und konditionell anspruchvollste Radtour. Obwohl alle Teilnehmer durch das wöchentliche Rennradfahren gut trainiert sind, war es sinnvoll, diese Tour in zwei Etappen einzuteilen.

Am 02.06.08 war der Start zum ersten Teil der Strecke, ausschließlich auf Radwegen.

Sechs rüstige Rentner machten sich mit ihren Tourenrädem und dem erforderlichen Gepäck auf den Weg zum Bünder Bahnhof und fuhren im IC bis Flensburg,
dem nördlichsten Punkt. Von hier aus wurde dann auf der ca. 550 km langen Radwegstrecke in sechs Tagen bis nach Lenzinghausen geradelt. Übernachtet wurde in Jugendherbergen oder Gasthäusern, die bereits in der Vorbereitung dieser Tour reserviert worden waren. Die Verpflegung wurde jeden Tag spontan organisiert. Das Wetter war an allen Tagen hervorragend. Ein leichter Rückenwind machte diese Tour zu einer Spazierfahrt, so dass man die Landschaften so richtig genießen konnte. Das Radeln durch Schleswig-Holstein, an Kappein a. d. Schlei vorbei und am Nord-Ostsee-Kanal entlang war ein Vergnügen. Mit der Fähre ging es über die Eibe und dann durchs Alte Land nach Stade, in die wunderschöne, historische Altstadt. Über Verden, Nienburg, Stolzenau und Minden wurde der Heimatort Lenzinghausen wieder erreicht .

Der zweite Teil der Deutschlandtour begann in Oberstdorf im Allgäu, dem südlichsten Punkt, nahe der österreichischen Grenze, und endete in Lenzinghausen.

Es müssen jetzt ca. 1.000 km Radwege in 11 Tagen bewältigt werden, d. h. pro Tag ca. 90 km. Die gesamte Strecke wurde auf der Landkarte so ausgesucht, dass die Radwege immer an Flussläufen entlang führen, damit möglichst wenig Höhenanstiege vorkommen. Die Unterkünfte für die einzelnen Übernachtungen waren, wie auch beim ersten Teilstück, im Vorfeld bestellt. Verpflegt wurde sich wieder dort, wo man eine passende Gelegenheit fand. Die Teilnehmergruppe hatte sich für diesen Teil der Tour um drei Personen erhöht .

Am 28.07.08 machte sich also die neunköpfige Gruppe auf den Weg. Schon um 5 Uhr morgens fuhr der Zug von Bünde ab nach Oberstdorf im Allgäu Vom Bahnhof ging es dann mit den schwer bepackten Rädern zur 1.200 m hoch gelegenen Jugendherberge. Es war nur eine kurze Strecke zu fahren, aber sie ging den Radlern mächtig in die Beine.

Auch die anschließende Besichtigungsfahrt zur Skisprungschanze war eine echte Herausforderung für Flachlandradler. Am nächsten Morgen startete die Gruppe dann frisch und munter auf dem Iller-Radweg und fuhr durch das landschaftlich wunderschöne Allgäu bis Aichstetten in Schwaben. Am folgenden Tag führte der Weg nach Ulm a. d. Donau. Am vierten Tag verlief der Radweg noch ein Stück an der Donau entlang. Dann ging es ins Brenztal bis Heidenheim, anschließend auf die Schwäbische-Alb-Straße bis zur DJH in Aalen. Den fünften Tag verbrachte die Radlergruppe auf dem Kocher-Jagst-Radweg, also immer an der jagst entlang in Richtung Norden. Auch am nächsten Tag wurde auf diesem Radweg geradelt bis dann der Wechsel auf den Radweg Schwäbische Weinstraße, am kleinen Goldbach entlang, folgte. Kurz darauf erfolgte nochmals ein Wechsel und die Fahrt ging auf dem Radweg Romantisches Taubertal weiter.

Bei einem Pausenstopp in Bad Mergentheim, wo gerade ein Stadtfest im Gange war, bekamen die durstigen Seelen sogar zwei Runden Freibier spendiert. Erfrischt und gestärkt konnten die Radler dann ihre Fahrt bei sehr warmen Sommerwetter fortsetzen.

Am siebten Tag der langen Radtour fuhr man durch das schöne Maintal bis Gemünden. Hier macht der Main einen großen Bogen nach Süden, so dass ab jetzt im Sinntal weiter geradelt wurde. Es wurde der Spessart durchquert und auf den Hess. Fernradweg R 2, der durch die südliche Rhön führt, gewechselt. Am achten Tag traf man bei Eichstetten auf den Fulda-Radweg und befuhr diesen bis Fulda. Ab hier ging es auf den Fernradweg R 1 im Fuldatal weiter. Am folgenden Tag blieb man auf diesem Radweg bis zur DJH in Melsungen.

Am zehnten Tag steuerten Sie auf die große Fuldaschleife bei Guxhagen zu und radelten durch Kassel bis nach Simmershausen. Hier endete das Fahren durch Flusstäler. Nun folgte ein kleiner Richtungswechsel nach links in den Reinhardswald. Schon bald erreichten sie die Sababurg, das Dornröschenschloss. Zur letzten Übernachtung mussten sie aber noch bis zur DjH in Bad Karlshafen fahren.

Am 11. Tag, dem Heimreisetag, musste die längste Teilstrecke, ca. 140 km, bewältigt werden. Auf dem Weser-Radweg ging es zunächst nach Höxter a. d. Weser, dann folgte ein Schwenk ins schöne Lipperland zum Schieder-Stausee. Nach der Mittagspause begann der Endspurt. Über Blomberg, Lemgo und Schötr'narging es nach Hause.

Das Wetter hat es mit den Radlern besonders gut gemeint, denn es schien an allen Tagen die Sonne und es war sehr warm. An machen Tagen auch schwül-warm. So auch am letzten Tag, wo sie auf den letzten Kilometern von einem heftigen Gewitterschauer überrascht wurden. Zum Glück fand man schnell eine Scheune zum unterstellen, so dass die Regenjacken im Gepäck bleiben konnten.

Insgesamt mussten die Radisportler in den elf Tagen der Tour über 4.000 Höhenmeter überwinden. (Dies war ihnen bei Antritt der Radtour allerdings nicht so bewusst).

Oft ging es mit großer Kraftanstrengung und viel Schweiß mit nur max. 6 km/h bergauf und dann mit beängstigender Geschwindigkeit, ca. 60 km/h, wieder berg runter. Aber alle Strapazen wurden mit dem Kennen lernen der verschiedenen aber wunderschönen Landschaften, wie man sie nur beim Radfahren erleben kann, belohnt.